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Erfahrungen einer Therapie mit Tieren wurden von dem Kinderpsychiater Boris Levinson 1961 mehr oder weniger zufällig gemacht, als er zu einer seiner Sprechstunden einmal seinen Hund mitnahm. Bei einem monatelang die Kommunikation verweigernden Jungen nahm er zu seiner Überraschung wahr, dass er die Bereitschaft zeigte, sich seinem Hund gegenüber zu öffnen. Levinson gilt heute als einer der Pioniere der tiergestützten Therapie.
Schauen wir uns nun die Beobachtungen in Bezug auf die Katzen an: Bereits nach 8 Minuten "Katzenstreicheln" sinkt der Blutdruck um zehn Prozent. Bei Hochdruckpatienten nimmt er anschließend noch weiter ab. Der Puls wird ruhiger. Die Herzfrequenz gleichmäßiger. Der Stoffwechsel wird angekurbelt. Muskelverspannungen lösen sich, Schmerzen nehmen ab, Ängste verschwinden, die allgemeine Stimmung steigt. Kommunikationsfähigkeit und geistige Aufmerksamkeit nehmen deutlich zu, psychosomatische Beschwerden klingen ab. Auch in der Rekonvaleszenz hat sich gezeigt, dass sich Kranke schneller erholen - sogar unheilbar Kranke reagieren äußerst positiv auf Katzenkontakt. Allein die Angstreduktion zieht ein Vielfaches an positiver Wirkung nach sich: Angst erzeugt eine Fülle von negativer Abläufen im Körper. Blutdruck und Puls steigen, die Atmung wird flach und hechelnd, alle Muskeln verkrampfen sich, Schmerzempfinden und Infektanfälligkeit nehmen zu, die Wundheilung verzögert sich. Das "Kuscheln" mit Katzen beruhigt, macht Mut und stärkt die Selbstheilungskräfte. Selbst völlig zurückgezogene Menschen können wieder aus sich heraus kommen und aktiver am Geschehen teilnehmen.
Erwachsene bis ins hohe Alter: Bei älteren Menschen zeigte sich, dass durch die positive Beziehung zu einer Katze Beruhigungs- und Schlafmittel deutlich reduziert, manchmal sogar abgesetzt werden konnten. Sie brauchen auch weniger Schmerzmittel, Psychopharmaka, Neuroleptika oder Blutdrucksenker. Nichts baut also Stress besser ab, als der gute emotionale Kontakt zu Katzen. Katzen werden nie langweilig, lieben erbarmungslos zurück! :-) Dies führt zu beidseitiger tiefer innerer Zufriedenheit! Endorphine werden ausgeschüttet! Unter Endorphinen versteht man im Allgemeinen "Glückshormone" des Körpers, jedoch sind es chemisch gesehen Neuropeptide, vom Körper produzierte Morphine. Die Bezeichnung Endorphine stammt aus der Kombination "Endogen" und "Morphin" - also interne Morphine, womit bereits die Wirkung beschrieben ist. Einerseits sind sie dafür verantwortlich, dass ein verletzter Mensch zunächst keinen Schmerz verspürt, andererseits werden sie aber auch bei positiven Erlebnissen ausgeschüttet, dann verschaffen sie eine wohlig-glückliche Stimmung, regen den Schlaf an, erhöhen die Wahrnehmung.
Kinder: Kinder, die eine Beziehung zu Katzen haben, entwickeln Verantwortungsbewusstsein. Der emotionale Quotient (EQ = soziale Intelligenz) wird durch Empathie (Einfühlungsvermögen), d.h. die Gefühle eines anderen Lebewesen zu teilen und zu verstehen, deutlich erhöht. Aufmerksamkeit, rücksichtsvolles Verhalten und Fürsorglichkeit werden trainiert. Eigenes Verhalten wird an der Reaktion der Katzen deutlich "sichtbar". Kinder vertrauen ihre Ängste und Nöte den Katzen an. Katzen wird die Funktion eines Partners oder Freundes übertragen. Selbst Dinge, die ansonsten unaussprechlich erscheinen, finden eine "Anlaufstelle". Das Kind nimmt eine erziehende Rolle ein, wodurch das Selbstwertgefühl gesteigert wird, was sich durch eine deutlich festere, überzeugendere Sprache zeigt. Die Notwendigkeit gemeinsamer Regeln wird anerkannt und eingehalten. Kinder lernen sich selbst, die eigenen Grenzen und die Grenzen des Gegenüber besser kennen. Die Katze stellt keine Bedingungen, strahlt Ruhe und Zuverlässigkeit aus, hat keine Stimmungsschwankungen, vermittelt Sicherheit, Halt und Orientierung. Studien zeigen, dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen, weniger aggressiv, seelisch ausgeglichener, fröhlicher, einfühlsamer und weniger hyperaktiv sind. Auch auf eine bestehende Enuresis können Katzen einen positven Einfluss haben. Bei einigen Kindern konnte ein Beenden der Enuresis verzeichnet werden.
Das Schnurren der Katze:
In der Verhaltensforschung fand die Frage "Warum schnurren Katzen?" bisher noch keine wissenschaftlich genau definierte Klärung. Zweifellos ist das Schnurren der schmeichelhafteste und verführerischste Sound, den eine Katze von sich geben kann. Das dadurch ausgelöste Gefühl wohliger Behaglichkeit, springt auf den menschlichen Betrachter über. Es vermittelt Zufriedenheit und Ruhe. Im Duden ist zu finden: "ein anhaltendes, verhältnismäßig leises, tiefes, gleichförmiges summendes, aus vielen kurzen, nicht mehr einzeln wahrnehmbaren Lauten bestehendes Geräusch" Technisch gesehen ist es ein niederfrequenter, pulsierender Ton von etwa 27-44 Hertz. Da man nun davon ausgehen kann, dass die Evolution nur an Verhalten festhält, das den Überlebenskampf sichert, so wird die Frage nach dem "Zweck" des Schnurrens immer interessanter. Man kann sich Darwins Selektionstheorie "survival of the fittest" in Erinnerung rufen. Er ging davon aus, dass alle Lebewesen gemeinsamer Abstammung sind und deren individuellen Fortschritte in der Evolution nur den Gesetzmäßigkeiten des Ausleseprinzips zu verdanken sind, d.h. aus vorhandenen Eigenschaften werden die günstigsten ausgelesen. Das Schnurren musste im Evolutionsprozess also einen manifesten Vorteil aufweisen, dass es sich "durchsetzen" konnte und das immerhin schon seit über 30 Millionen Jahren.
Die Vibrationen des Schnurrens: Im Sportbereich wird der Einsatz von Vibrationen propagiert. Mittlerweile sind Vibrationsgeräte auf dem Markt mit dem Namen: "Whole Body Vibration". Sie sollen: - das Muskelwachstum und den Stoffwechsel anregen - die Durchblutung steigern - die Knochendichte erhöhen - Schmerzen durch eine Reduktion von Reizstoffen mindern - Verklebungen im Unterhautfettgewebe lösen - durch die Reizstimulation eine vermehrte Ausschüttung von Hormonen bewirken - Ablagerungen und altes Gewebe auflösen und über das Lymphsystem mit anderen Toxinen ausscheiden.
Biomechanische Muskelstimulation: Dieser Entwicklung liegt die biomechanische Muskelstimulation (BMS) zugrunde: Die BMS beruht auf einer ausschließlich mechanischen Einwirkung auf den menschlichen Körper, ohne dass dieser mit Strom oder Chemie in Berührung kommt und funktioniert ohne eigene körperliche Anstrengung. Mechanische Schwingungen, die im biologischen Wirkungsspektrum des Menschen liegen, werden auf Nerven-, Binde- und Muskelgewebe übertragen. Dies geschieht mit Schwingungen, die zwischen 20 und 40 Herz liegen und einer Amplitude von 4-6mm. So entsteht für bis zu 3 Minuten auf natürliche Weise der Aktivitätstremor, auch an Muskeln die nicht mit dem Willen aktiviert werden können. Die biomechanische Muskelstimulation wurde von dem russischen Sportwissenschaftler Prof. Dr. Nazarov 1978/79 entwickelt, der dadurch zunächst spezielle Trainingseffekte im Hochleistungssport erzielte, dann seine Methode auch an Tanztheatern und zur Verhinderung der Osteoporose bei russischen Langzeitkosmonauten einsetzte.
Tatsächlich ergaben Studien, dass muskelstimulierte Testpersonen im Vergleich zu konventionell trainierten Kontrollgruppen, eine schnellere Kraftzunahme verzeichnen konnten. Es wurde angenommen, dass diese schnelle Zunahme dadurch entstand, dass BMS vor allem einen Effekt auf das neurologische System hat, da es Sehnenreflexe und myostatische Reflexe (unwillkürliche Reflexe) auslöst. Erstaunlicherweise wurde auch ein Einfluss der mechanischen Schwingungen auf die Knochendichte festgestellt. Belgische Vergleichsstudien an Probanten im Alter zwischen 58 und 74 Jahren haben ergeben, dass in der Gruppe, die mit einem Vibrationsgerät trainierten, nicht nur der altersbedingte Knochenschwund gestoppt, sondern sogar die Knochendichte um 0,93 Prozent erhöht werden konnte - im Vergleich zu der Gruppe, die herkömmlich trainierte.
Vielleicht erklärt dieses Hintergrundwissen nun die Beobachtung, dass Knochenbrüche und chirurgische Eingriffe bei Katzen dreimal schneller verheilen als bei Hunden und Katzen fünfmal weniger unter Nachwirkungen leiden als Hunde.
Was hat es mit dem (Schnurr-) Ton auf sich?
Lautäußerungen tragen in der Natur ein gewisses Risiko mit sich, weil sie die Aufmerksamkeit etwaiger Feinde auf sich lenken würden. Nun warum vibrieren Katzen nicht einfach lautlos? Alle Töne, die wir hören, sind Schwingungen bestimmter Frequenzen. Der “Schnurrton” ist ein Ton in Bassstimmung. Um sich das besser vorstellen zu können: 27,5 Hertz entspricht dem untersten A-Ton auf dem Klavier und 55 Herz dem A-Ton eine Oktave höher.
Wirkung von Klängen und Tönen: Alte afrikanische Überlieferungen bekunden den Einsatz von Klängen und Tönen zu Heilungszwecken. Ausgewählte Töne wirken regenerierend, aufbauend und stabilisierend auf das Wohlbefinden von Lebewesen. Schamanen bedienten sich monotoner, sich stets wiederholender Gesänge, begleitet vom gleichförmigen Rhythmus einer Trommel, um die Kranken und sich selber in einen Zustand von Trance zu versetzen, wodurch sich ihre Wahrnehmungsfähigkeit (Schmerzempfindung) reduzierte. Auf der ganzen Welt summen Mütter ihren Kindern ins Ohr und streicheln ihnen dabei Rücken und Bauch, wenn sie traurig oder krank sind. Klang und Massage, Hören und Fühlen sind die ältesten Methoden, wie sich Menschen einander helfen können. In den indischen "Upanishaden" steht: "Am Anfang war der Klang". In Indien, wie auch in vielen anderen Kulturen gilt als Ursprung allen Seins der Klang bzw. die Schwingung.
Tontherapie: Der Naturheilkundler Pius Vögel entdeckte, dass Krankheit oder Unwohlsein als "Verstimmung" zu betrachten sind, dass dem Körper dann bestimmte Frequenzen fehlen. Jedes Organ und jedes Gewebe im menschlichen Körper schwinge und habe seine ganz individuelle Frequenz. Ist eine bestimmte Stelle des Körpers in seinen Schwingungen gestört oder blockiert, würde das eine entsprechende Erkrankung nach sich ziehen. Seiner Erfahrung nach ist die Reizüberflutung eine der häufigsten Ursachen für gesundheitliche Störungen in der heutigen Zeit. Er erstellte eine Art "Klangkatalog" des Körpers, bei dem jedem Organ ein Ton zugeordnet wird. Ist ein Organ erkrankt, so kann man mit entsprechendem zugehörigem Ton Einfluss auf das Organ bzw das Symptom nehmen. Für Heinz-Udo Vitz vom "Internationalen Institut für Stimmanalyse" ist Klang "Information zur Harmonisierung von Körper, Geist und Seele". "Unwohlsein ist eine Form von Missklang. Der Organismus schwingt nicht mehr in seiner natürlichen Frequenz." Heilpraktiker Klaus Gogolin wendet die Klangtherapie als "wichtiges Mosaiksteinchen" in einem Feld verschiedener Therapien an. Der Patient bekommt während einer Klanganwendung (Klänge über Kopfhörer) zusätzlich eine Klangbox auf den Solarplexusbereich gesetzt, so dass die Schwingungen sehr gut in die Tiefe des Körpers eindringen können. (Bitte merken und auf Katze übertragen, d.h. sich die Katze immer schön auf den Bauch legen! ;-) ) Einerseits werden die Klangwellen durch das menschliche Ohr aufgenommen und in Form von Nervenimpulsen an das Gehirn weitergeleitet. Andererseits wird durch die direkte Beschallung des Körpers dieser in Folge seines hohen Wassergehaltes in Schwingungen versetzt, die das Innere des menschlichen Organismus auf sanfte Weise molekular massieren - in Vibration versetzen. Hierbei kommt es nicht auf den persönlichen Musikgeschmack an, sondern ausschließlich auf den Resonanzeffekt, unabhängig davon, ob einem die Töne gefallen oder nicht. Fast jeder Körper ist schwingungsfähig und kann auch durch sehr kleine äußere periodische Kräfte zu Schwingungen angeregt werden. Geschieht das in Resonanz, so werden die Amplituden sehr groß. In Resonanz wird ein Maximum an Energie aufgenommen. Die Funktion unserer Sinnesorgane wie z.B. das Auge beruht auf dem Gesetz der Resonanz. Gesunde Klänge beeinflussen die Ausschüttung von Botenstoffen (Neurotransmittern), die Körper und Seele verbinden. Die Selbstheilungskräfte des Körpers werden aktiviert. Der Einfluss auf den Körper lässt sich an Veränderungen von Blutdruck, Atemfrequenz und Puls ablesen.
Das erklärt nun vielleicht, warum Katzen nicht nur schnurren, wenn sie zufrieden sind und sich wohlfühlen, sondern auch wenn sie Schmerzen leidet, wie z.B. Verletzungen, Geburt....sogar in der Todesstunde.
Ein universelles Therapeutikum!
So hat das Schnurren also ein großes Wirkungsspektrum:
- Kommunikationsmittel (auch zur Besänftigung von Artgenossen) - universelles Therapeutikum - Wohlfühlgenerator ;-)
Außerdem war es wahrscheinlich das überzeugendste Argument für einen schönen Platz in einem behaglichem Heim mit All-Inclusive-Service :-)
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Katzentherapie! |
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