Die Rasse Maine Coon !

Herkunft:

 

Einige phantasievolle Geschichten zur Herkunft ranken sich auch um die Maine Coon.

An erster Stelle steht sicherlich die Annahme, dass die Maine Coon durch die Verpaarung einer gewöhnlichen Hauskatze mit einem Waschbär (engl.: racoon) entstanden ist. Selbst bezüglich des Ursprungs dieser Annahme gibt es verschiedene Erklärungsmodelle. So musste der Schwanz des Waschbären, der dem Schwanz der Maine Coon entfernt ähnlich sieht, als eindeutiges, phänotypisches Indiz, dafür herhalten. Weil dieses Merkmal so augenscheinlich und auch so einprägsam ist, hat sich diese Theorie am hartnäckigsten durchgesetzt.

Weniger bekannt ist die Annahme, dass die Vorderzehen der Maine Coon und des Waschbären ähnlich aufgeteilt „sein sollen“ oder dass die Maine Coon wie junge Waschbären zirpen können. Schlussendlich ist auch die Vorliebe für Wasser bei beiden Arten sehr ausgeprägt.

Dazu ist nur zu sagen, dass diese Erklärungsversuche nicht haltbar sind. Eine derartige Kreuzung ist biologisch unmöglich. Ähnlichkeiten sind rein zufällig. Der Waschbär gehört, wie der Name schon sagt, zu der Familie der Kleinbären, deren Überfamilie die „Hundeartigen“ sind. Der Waschbär ist ein Sohlengänger, die Katze ein Zehengänger. Wenn man hier schon nach Parallelen sucht, dann würde ich mir die Haare erwählen, die sich beim Waschbär über den nicht einziehbaren Krallen befinden und die, ähnlich der Schnurrhaare, dem Ertasten der Umgebung dienen, schon vor dem Berühren des Gegenstandes. Vielleicht sind die Zehenbüschel der Maine Coon ähnlich zu betrachten?

Waschbärpfote

Katzenpfote

Maine-Coon-Pfote

Weitere Herkunftsgeschichten der Maine Coon seien ganz kurz erwähnt. So hätte ein Kapitän Clough aus dem Hausstand von Marie Antoinette und ein handelsreisender Kapitän Coon langhaarige Perser- oder Angorakatzen nach Maine gebracht, die sich dort mit den einheimischen Katzen verpaarten.

Eventuell waren auch die Wikinger (1000 n. Chr.) an einer Einfuhr beteiligt und damit wäre ein Bezug zur Norwegischen Waldkatze hergestellt. - Jedoch: sind auch Ähnlichkeiten der Rassen Maine Coon und Norwegische Waldkatze vorhanden, so können sie heute doch ganz klar voneinander unterschieden werden.

Als mögliche Vorfahren seien auch noch die langhaarige russische Katze (europäischer Kontinent) erwähnt, sowie die „French Domestic“ (Pyrenäen) und die zierliche langhaarige „Russische Steppenkatze“, die eine faszinierende Ähnlichkeit mit der Maine Coon haben soll (und wenn Züchter sich zu so einer Äußerung hinreißen lassen, dann will es etwas heißen ;-) ).

Egal welche Annahme man geneigt ist zu glauben, so gilt doch als gesichert, dass die Maine Coon im rauen Neuengland durch natürliche Selektion entstanden ist.

 

 

Maine:

 

Nun zum ersten Teil ihres Namens: Maine ist der größte der 6 Neuengland-Staaten im Nordosten Amerikas direkt an Kanada angrenzend. Der Beiname dieses Bundesstaates ist „Pine-Tree-State“ (Kiefernstaat), weil ein großer Teil des Landes (80-90%) bewaldet ist – zwei Drittel davon mit Nadelbäumen. Es ist das Land der Elche und Hirsche, der Biber, Waschbären und der Hummer (lobster). In Maine lassen sich drei unterschiedliche klimatische Regionen festlegen: die Küstenregion, das nördliche und südliche Binnenland. Die Durchschnittstemperaturen werden mit -10°C bis +20° C angegeben. Im Norden sinkt das Thermometer jedoch noch viel weiter ab. Beispielsweise waren im „warmen“ europäischen Winter 2007/8 im Norden Maines durchaus -35°C möglich.

Frühjahr im Norden Maines!

Winter 2008 in Nordmaine!

Winter 2007 für Mainer Katzen!

Das bedeutet für die Entwicklung der Maine Coon, dass sie sich diesem rauen Klima anpassen musste.

Sie ist auch bekannt als „amerikanische Waldkatze“, mit vielen Beinamen wie: „working cat“ (Haus- und Gebrauchskatze), der einer der geläufigsten Namen ist. 1985 ließ der Gouverneur von Maine die Maine Coon offiziell als „Nationalkatze“ in die Staatsbücher eintragen. Die Amerikaner rufen sie auch „shag“, „shaggy“, „snughead“, „coon“ oder bezeichnen sie zärtlich als „gentle giant“ (sanfter Riese). Andere Namen sind Eulenkatze (wegen der Augen) oder Hundkatze (wegen ihrer Anhänglichkeit).

 

Ursprung der Rasse:

 

1861 wurde erstmalig ein Maine Coon Kater namens „Captain Jenk of the Horse Marins“ in dem Buch „the book of the cat“ von Francis Simpson erwähnt.

1908 wurde die Cat Fanciers Association (CFA) gegründet, in deren ersten Katzenzuchtbuch 28 Maine Coon Katzen geführt wurden.

In den Folgejahren ließ das Interesse an den Maine Coons wieder nach. Vor allem die Mainer blieben ihren Coons aber weiterhin treu.

1950 sollte mit der Gründung des „Central Maine Cat Clubs“ durch Shows erneut Interesse an den Maine Coons geweckt werden.

Der Bekanntheitsgrad stieg wieder beträchtlich, so dass 1968 sechs Maine Coon Züchter die „Maine Coon Breeders and Fanciers Association“ (MCBFA- heutige Mitgliederzahl: ca. 1500) gründeten, mit der Zielsetzung einen Standard für die Maine Coon auszuarbeiten. In dem Standard wurde nicht etwa ein fernes, noch nicht erreichtes Zuchtziel definiert, sondern der klassische Typ der Maine Coon beschrieben, wie er bereits existierte: „nicht verändern, sondern bewahren“ war damals die Übereinkunft.

5 Jahre später (1973) wurde die „Maine Coon“ als Rasse bei allen Verbänden anerkannt. Ironischerweise sprach gerade der CFA (siehe oben) 1976, als letzter Verband, die Anerkennung aus.

 

Rassebeschreibung/ Farben:

 

Die Maine Coon gehört zu den Halblanghaarkatzen von mittlerer bis großer Statur. Die männlichen Vertreter (mit ca 6-9 kg und einer Schulterhöhe bis zu 40 cm) sind deutlich größer als die weiblichen Tiere (mit ca 4-7 kg). Der Körperbau sollte lang sein, mit starkem Knochenbau und kraftvoller Muskulatur.

Sie steht auf großen, runden Pfoten, die zwischen den Zehen gut bebüschelt sind. (Schneeschuheffekt .... oder siehe Waschbär ;-)) ).

Der Schwanz ist mit langem, wehendem Schwanzhaar versehen, hat feine Unterwolle und sollte mindestens so lang sein, wie der Körper vom Schulterblatt bis zum Schwanzansatz. Mit dem Schwanz kann sich die Katze während des Schlafes bis zum Kopf vor Kälte schützen.

Das Fell ist ein dichtes Allwetterfell mit feiner Unterwolle. Es wird ein Halskragen erwartet. Das Haar an den Hinterbeinen bis zum Knie ist etwas länger (Fellhosen). An Schultern, Kopf und Beinen ist das Fell kurz.

Der Kopf ist von mittlerer Breite (Ausnahme bei älteren Katern) mit kantigem Kopfumriss. Die Wangenknochen sind hoch angesetzt. Das Kinn soll kräftig sein und in einer senkrechten Linie mit Nase und Oberlippe stehen. Im Profil wirkt die Nase leicht nach oben gebogen (konkav).

Die Ohren sollen groß und breit im Ansatz sein. Sie sind mit Haarbüscheln versehen, die über den äußeren Ohrrand hinausragen und vor Kälte schützen. „Luchs“-Pinselchen sind erwünscht.

Die Augen sind groß und weit auseinander stehend. Sie sind leicht schräg in Richtung äußerem Ohransatz gesetzt. Sie sind leicht oval und erscheinen rund, wenn sie ganz weit geöffnet sind.

Insgesamt empfiehlt es sich, nicht nur einzelne Merkmale zu betrachten. Der Gesamteindruck sollte harmonisch sein.

Alle Farben sind erlaubt außer: chocolate, fawn, lilac und cinnamon - sowie der Maskenfaktor.

Die Entwicklung der Maine Coon ist sehr langsam, was das Längenwachstum und die Verschiebung der Proportionen von Kopf, Körper und Extremitäten anbelangt. Sie ist mit drei bis vier Jahren ausgewachsen.

 

Cosy Corner Simba - 10 Jahre!

Cosy Corner Hattrick - 9 Monate!

Cosy Corner Tiffany - 10 Jahre

Wesen/Charakter:

 

Wie schon erwähnt, wird die Maine Coon auch Hundkatze genannt. Sie ist eine äußerst anhängliche Katze, die ihrem Herzensmenschen auf Schritt und Tritt folgen kann. Nicht einmal das stille Örtchen bleibt dann noch ganz still. Sie kann schon fast aufdringlich schmusen, begleitet von einem Schnurren, das gelegentlich versucht, sich selbst zu überbieten.

Ihr menschlicher Lebensgefährte ist ihr auch ein willkommener Spielpartner. Ist der einmal ein bisschen träge, dann kann sie schon sehr fordernd werden. Immerhin muss eine Katze ja auch beschäftigt werden und das weiß eine Maine Coon ganz genau!

Apportierender Kater!

Einer, der immer hoch hinaus will!

Ausruhen muss auch mal sein!

Ist der Mensch mal nicht zur Hand, dann lässt sich auch prima mit anderen  befellten Kumpels spielen. Eine Coonie kann sich auch ganz gut mal alleine beschäftigen, aber als geselliges Wesen fühlt sie sich mit einem „Freund“ viel wohler.

 

Maine Coons lassen sich ganz gut erziehen (in mancherlei Hinsicht ;-))) ). Clickertraining oder Apportieren betrachten sie als großen Spaß und schnell wissen sie, was zu tun ist, um an ein Leckerli ranzukommen. Andersrum erziehen Coonies auch ihre „Bediensteten“ vortrefflich!  “Schnell” weiß der Mensch, was er tun muss, um nicht stundenlang nach den diversesten Gegenständen (wie z.B. Puzzle, Schachfiguren, Ohrringe etc.) suchen zu müssen… Es ist aber auch zu lustig, wenn die Zweibeiner mal auf allen Vieren durch die Wohnung rutschen. Derartige akrobatische Aktionen werden dann oft mit gurrenden, maunzenden Lauten kommentiert. Ganz einfach wäre alles erklärt, hätte der Mensch nicht so eine schlechte Sprachbegabung… na ja und würde vielleicht besser sehen…und wäre nicht so ungelenk… und hätte nicht gar so dicke Pfoten...

“....Falls du die Schraube suchst, dann biste hier aber ziemlich daneben....”

“Ach Kugelschreiber.... hol den ruhig mal vor. Mit dem hab ich schon lange nicht mehr gespielt!”  :-)))

Coonies lieben das Wasser. Das Planschen ist prima. Futter muss katz öfters noch mal „nachreinigen“; auch Spielzeug waschen die Zweibeiner viiiel zu selten. Wasser inspiriert und besitzt Magie. So kann eine Maine Coon noch lange vor einem gerade abgedrehten Wasserhahn sitzen und sich von den letzten Tropfen hypnotisieren lassen.

Futter wird oft nicht “einfach so” aus dem Napf geschlappert, sondern gelegentlich auch gerne elegant mit den Krallen aus dem Napf gezogen und dann entweder ins Wasser ;-) oder bei zu offenkundigem Hunger direkt ins Mäulchen jongliert.

Maine Coons können sehr gut klettern und springen. Sie springen aus dem Stand bis zu 2 Meter hoch (abhängig von Größe und Körperfülle). Es empfiehlt sich, einen stabilen Kratzbaum anzuschaffen.

Insgesamt ist die Maine Coon aber eine ausgeglichene und sehr sanftmütige Katze.

 

 

Kurze Anmerkung zur Polydaktylie:

 

Die Polydaktylie (Vielzehigkeit) ist eine natürliche Mutation, die auch heute noch bei frei lebenden Tieren in Maine anzutreffen ist. Es handelt sich dabei um einen autosomal dominanten Erbgang, was so viel heißt, dass ein Trägertier dieses Merkmal auch zeigt und es in einer Wahrscheinlichkeit von 50% direkt an die Nachkommen weitergibt (unabhängig vom Geschlecht). Der Polydaktylie wird gelegentlich “Mystisches” angedichtet. Jedoch haben die Katzen einfach jeweils einen Zehen mehr und scheinen davon nicht gestört zu sein. In der Natur war dieses Merkmal nur nicht so nachteilig, dass es sich selbst wieder eliminiert hätte - auch bedingt durch den dominanten Erbgang. Polydaktyle Katzen unterscheiden sich charakterlich nicht von normalzehigen Katzen !!!

 

Maine Coon!